Narzbergergut auf dem Kronberg

Dienstag, den 13. August 2019, 19.30 Uhr

 

 

 

AGNES PALMISANO - Gesang

Matthias Loibner - Drehleier

N.N. 

Martin Haidinger - Sprecher

 

 

Mit ihren hochqualifizierten Kollegen erobert sich Agnes Palmisano künstlerisches Neuland.

 

Schon immer haben Verbrechen gegen Leib und Leben die Gesellschaft fasziniert. Da ist einerseits das Grauen über Taten, die man – wie man glaubt – selbst nicht begehen würde und damit verbunden, das Bewusstsein der eigenen moralischen Überlegenheit.

All dies findet sich im Wort „Moritat“ wieder. Dessen ungeklärte etymologische Bedeutung wird sowohl dem Wort Mordtat als auch Moralität zugeschrieben.

Nicht umsonst hat die heutige Boulevardpresse regsten Zuspruch, vor allem wenn es um die Berichterstattung von Katastrophen oder Gräueltaten geht. In Ermangelung der heutigen Möglichkeiten, verbunden mit dem Analphabetismus der meisten Menschen des 17. oder 18. Jahrhunderts wurden Informationen dieser Art von herumziehenden Sängern, oft mit Hilfe erklärender Schautafeln dem ergriffenen und schaudernden Publikum vermittelt.

So wie heute wurden auch damals keine Mittel gescheut um die Grausamkeit der Taten, die Ohnmacht der Opfer und letztendlich die drakonische Bestrafung der Übeltäter aufs Drastischste darzustellen. Delektieren wir uns heute an derartiger Berichterstattung in Gratisblättern, so finden wir die Moritaten des 19. Jahrhunderts komisch bis amüsant. Eigentlich sollte uns das zu denken geben…